Wir klären das: Häufig gestellte Fragen zum Thema Abwasser

Umgang mit Farben, Lacken und Lösungsmitteln (Farbresten & Waschwässern)

Für die richtige Entsorgung von Farben, Lacken und Lösungsmitteln ist es wichtig auf deren Zusammensetzung zu achten. Es wird zwischen Schadstoffen und nicht Schadstoffen unterschieden.

Farben und Lacken auf Wasserbasis (wie z. B. Dispersionsfarben, Binder-, Latexfarben, Wandfarben, Abtönfarben, Schulmalfarben, Haarfarben, restentleerte Farbeimer, Lack- und Spraydosen) gelten nicht als Schadstoff. Das bei der Verwendung und anschließenden Reinigung von verwendeten Werkzeugen anfallende Abwasser ist verunreinig. Es darf nicht in den Niederschlagswasserkanal bzw. in ein öffentliches Gewässer entsorgt werden, sondern sollte ausschließlich dem Schmutz- bzw. Mischwasserkanal zugeführt werden.  Farbreste können im Eimer eingetrocknet in den Restmüll gegeben werden. Große Mengen nicht verwendeter Dispersionsfarbe gehört nicht in den Schmutzwasserkanal laut dem Entwässerungsortsgesetz in Bremen. 

 

Wo entsorge ich Pflanzenschutzmittel?

Pflanzenschutzmitte, aber auch Schädlingsbekämpfungs- und Holzschutzmittel, sind Schadstoffe und damit umwelt- und gesundheitsgefährdend. 

Sie müssen unbedingt über den Sondermüll entsorgt werden!

Die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist in dem §§ 6 ff des Pflanzenschutzgesetzes geregelt. Für die korrekte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gibt es im Land Bremen Leitlinien. In vielen Kleingartenvereinen in Bremen verbieten die Gartenordnungen bereits den Einsatz bestimmter Pflanzenschutzmittel, unabhängig von deren Zulassung.

Die Entsorgung alter oder unbrauchbar gewordener Pflanzenschutz-, Schädlingsbekämpfungs- und Holzschutzmittelreste sollten unbedingt über die Sondermüll-Sammelstellen oder Entsorgungsfirmen erfolgen. Die Bremer Stadtreinigung nimmt Schadstoffe auf den Recycling-Stationen "plus" Blockland und Hulsberg an. Kleine Mengen aus dem häuslichen Gebrauch können auch über die temporäre Schadstoffannahme durch Schadstoffmobilen entsorgt werden.

 

Wie entsorge ich meine abgelaufenen oder überflüssigen Medikamente?

Das ist ganz einfach: Medikamente gehören in den Restmüll!

Die Apotheken sind nicht dazu verpflichtet, (abgelaufene) Medikamentenreste zurückzunehmen. Und dennoch ist es für Sie ganz einfach, sich umweltgerecht zu verhalten:

Nein, Medikamente gehören nicht in das Abwasser der Toilette oder des Waschbeckens! Denn auf diesem Weg gelangen die in der Kläranlage nicht biologisch abbaubaren Wirkstoffe in den Wasserkreislauf. Damit gefährden diese Stoffe die Umwelt und Tiere, die in den natürlichen Gewässern leben. Es sollte uns bewusst sein, dass diese Substanzen durch das Trinkwasser aber auch durch die Nahrungskette wieder von uns Menschen unbewusst aufgenommen werden. Bis heute sind die Folgen für den Menschen nicht eindeutig geklärt, wie z.B. Antibiotika-Resistenzen, Hormonbelastung des Trinkwassers durch Antibabypille usw.

Die Bremer Stadtreinigung empfiehlt die Entsorgung von Tabletten, Cremes, Salben oder Säfte über die Restmülltonne, denn im Unterschied zu früheren Zeiten wird heutzutage der Restmüll im Müllheizkraftwerk Bremen (wie in fast allen Gemeinden) mit umfangreicher Filtertechnik bei hohen Temperaturen verbrannt und damit energetisch verwertet. Auf diesem Weg werden die in den Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe zerstört. Zum Schutz von Kindern und Mitmenschen sollten die Altarzneimittel vor dem Entsorgen vorsichtshalber in Zeitungspapier eingewickelt werden, so dass die bunten Tabletten und Säfte in der Mülltonne nicht sichtbar sind. Papierverpackungen und Beipackzettel können über die Papiersammlung entsorgt werden. Leere Tablettendosen oder Blisterverpackungen gehören in den Gelben Sack. Spritzen und Kanülen sammeln Sie bitte in stichfesten Gefäßen. Beachten Sie auch die Hinweise auf der Packungsbeilage.

Hinweis: Zytostatika müssen als gefährlicher Abfall mit Entsorgungsnachweis entsorgt werden.

 

Wie kann ich den Eintrag von Mikroplastik verhindern?

Text muss noch geschrieben werden

Wohin mit meinem Fett oder Öl aus der Fritteuse oder Fondue?

Fette und Öle gehören in den Restmüll!

Fette und Öle dürfen nicht in den Schmutzwasserkanal und auch nicht in Gewässern in der Umwelt entsorgt werden. Im Schmutzwasserkanal können die Abwasserrohre sich zusetzen und damit den Abfluss des Schmutzwassers behindern. Das kann bis zu einer Beschädigung der Abwasserleitung führen. Die Entsorgung des ausgehärteten Fritteusen Fetts und Öl, das in einem Behältnis oder ähnlichem verpackt sein sollte, kann in haushaltsüblichen Mengen über die Restmüll-Tonne entsorgt werden. Flüssiges Fett sollte auskühlen und entsprechend verpackt ebenfalls im Restmüll entsorgt werden. Für größere Mengen z.B. aus dem Gastronomiebereich gibt es gesonderte Sammelstellen.

Für nicht fachgerecht entsorgtes Öl – und das ist im Restmüll kinderleicht – droht in Bremen ein Bußgeld.

 

Wohin mit dem Inhalt aus der Campingtoilette?

Für den Inhalt der Campingtoilette gibt es spezielle Entsorgungsstationen.

Der Inhalt aus Campingtoiletten wir auch als Schwarzwasser bezeichnet. Campingtoiletten dürfen nur über geeignete Entsorgungsstationen (Dumping-Station / Sani-Dump) für Schwarzwasser geleert werden. Diese finden sich auf den meisten Campingplätzen, nicht zu verwechseln mit Grauwasser.

Auch wenn Chemietoiletten mittlerweile mit biologisch abbaubaren Sanitärzusätzen befüllt werden können, ist das Entleeren in Gullys oder noch schlimmer direkt in die Natur verboten. Theoretisch ist die Entsorgung über die hauseigene Toilette in die Kanalisation erlaubt, wenn auf die Zugabe von Chemikalien verzichtet wurde oder diese biologisch abbaubar sind. Auf Campingplätzen ist das jedoch verboten.

 

Wohin mit dem Putz- und Waschwasser

Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob Sie Putzmittelreste (im Sondermüll), Putzmittelverbackung (meist aus Plastik und damit in den Gelben Sack) oder Putz- und Waschwasser entsorgen möchten.

Da Spülmittel oder Seifen im Putz- und Waschwasser gelöst sind, gilt das Abwasser als belastet. Es muss über den Schmutz- oder Mischwasserkanal entsorgt werden. Gelangen diese Abwässer in die Regenwasserentwässerung und somit in ein Gewässer, kann es zu Umweltschäden am Ökosystem kommen.

Also Achtung: Zuhause dürfte die richtige Entsorgung über den Ausguss z. B. der Toilette keine großen Schwierigkeiten bedeuten. Doch draußen können die verschiedenen Kanaldeckel zu Verwirrungen und zu unabsichtlichen Fehleinleitungen führen. Unterschieden werden Gebiet in Misch- und Trennsystem. Im Mischsystem (etwa 60% in Bremen) werden Schmutz- und Regenwasser in einem gemeinsamen Kanal zur Kläranlage geleitet. Doch auch hier gibt es Gully-Deckel, die Versickerungsanlagen abdecken. Hier darf kein Abwasser (durch den Gebrauch verändertes Wasser) eingeleitet werden. Im Trennsystem hingegen werden Schmutzwasser und Regenwasser in getrennten Kanälen entsorgt. Während das Schmutzwasser in die Kläranlage zur Reinigung geleitet wird, entwässert der Regenwasserkanal in das nächste Gewässer. Daher darf der Putzeimer nicht über beliebigen Straßeneinläufen geleert werden, was zu einer Fehleinleitung von Abwässern in den Regenwasserkanal und anschließend in ein Gewässer führen kann. Wird eine Fehleinleitung festgestellt (z.B. durch Kanalnebelung oder Farbspülung) muss der Verursacher auf seine Kosten die Fehleinleitung abstellen und nötige Maßnahmen zur Unfallbekämpfung der Wasserbehörde tragen.

 

Autowaschen auf privaten und öffentlichen Flächen

Grundsätzlich ist die Autowäsche in gewerblichen Waschanlagen aufgrund des Umweltschutzes vorzunehmen. Die Anlagen verfügen in der Regel über eine eigene Wasseraufbereitung und einen Wasserkreislauf, wodurch nur noch ein geringer Anteil des Waschwassers als Abwasser (25 bis 45 Liter pro Waschgang) – nach heutigem Stand der Technik- in die Kanalisation eingeleitet werden muss. Bei der Handwäsche werden ca. 100 bis 200 Liter Wasser pro Waschgang verbraucht.

Das Waschen des PKWs mit Waschzusätzen und gegebenenfalls mittels eines Hochdruckreinigers auf dem eigenen Grundstück bzw. abgestellt an der Straße ist generell untersagt.  Neben den Zusätzen aus den Reinigungsmitteln werden auch Öl- und andere Materialrückstände vom PKW (z.B. Reifenabrieb, Bremsstaub etc.) über das Waschwasser in die Gewässer getragen und können dort zu Schäden am Ökosystem des Gewässers führen.

Das anfallende Waschwasser müsste separat aufgefangen und gereinigt (Ölabscheider, Richtlinie für Waschplätze) in den Schmutzwasserkanal eingeleitet werden, wofür die Zustimmung in Form einer Entwässerungsbauanzeige bzw. -genehmigung der hanseWasser Bremen GmbH erforderlich wäre. Oder über den belebten Oberboden in das Grundwasser eingeleitet werden, wofür eine wasserrechtliche Erlaubnis der Wasserbehörde erforderlich wäre. Beides kann derzeit nicht in Aussicht gestellt werden und steht in keiner Relation zu den alternativen Möglichkeiten.

Soll lediglich die Fahrzeugoberfläche mit klarem Leitungswasser oder Niederschlagswasser abgespült werden, so ist dies tolerierbar, da dieser Vorgang mit gering belastetem Niederschlagswasser gleichzusetzen ist. 

 

Reinigen von Fassaden/Außenrolläden

Hier müssen verschiedene Arten der Fassadenreinigung unterschieden werden. Grundsätzlich gilt es eine Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Nach dem Entwässerungsortsgesetz benötigen Sie für das Einleiten von nichthäuslichem Schmutzwasser in die öffentliche Kanalisation einer Erlaubnis. Den Antrag auf Einleitung von Schmutzwasser aus der Fassadenreinigung in die öffentliche Kanalisation reichen Sie bei der hanseWasser Bremen GmbH ein.

Folgende Maßnahmen sind zu treffen (nähere Informationen auch bei der hanseWasser Bremen GmbH - Schmutzwasser aus der Fassadenreinigung):

Bei mechanischer Fassadenreinigung ohne Wasser und Chemikalien, z.B. durch Abkratzen oder Sandstrahlen, müssen die anfallenden Feststoffe aufgenommen und gemäß Abfallrecht entsorgt werden. Hierfür ist kein Antrag erforderlich.

 

Reinigung von Balkonen oder Terrassen, sowie von Gartenmöbeln

Reinigen von Terrassen – z.B. Holz (( können dabei Holzschutzmittel gelöst werden?))

Reinigung mit oder ohne Chemikalien?

Balkone mit Abläufen an Regenwasserkanal – hier keine Chemikalien verwenden oder sonst Wasser auffangen?

 

Wassers aus Schwimmbecken, Poolanlagen, Planschbecken

Sommerzeit ist Pool-Zeit. In vielen Gärten werden nun Schwimmbecken in den verschiedensten Größen zeitweise aber auch dauerhaft aufgebaut und genutzt. Es können dabei grundsätzlich die Gartenpools von den kleinen Becken unterschieden werden. 

Aufblasbare Planschbecken und andere Kinderbecken werden in der Regel mit geringen Mengen befüllt. Es wird zumeist Leitungswasser eingesetzt, das nicht zusätzlich mit chemischen Zusatzstoffen, wie Chlor und Biozide behandelt wird. Das bei der Entleerung anfallende Abwasser gilt als weitgehend unbelastet und darf wie folgt entsorgt werden:

  • In Gärten darf eine breitflächige Verrieselung durchgeführt werden sofern das Grundstück außerhalb eines Wasserschutzgebietes liegt. Das Wasser sollte langsam und großflächig über eine Passage des bewachsenen Oberbodens (geschlossene Vegetation mit ausreichender Sickerfähigkeit) versickert werden, 
  • Das Wasser ist in der Regel unbedenklich und kann somit auch zum Gießen von Pflanzen oder zum Rasensprengen genutzt werden. 
  • Beim Ablassen des Wassers dürfen benachbarte Grundstücke nicht durch Vernässung beeinträchtigen werden. Gegebenenfalls sind Wassermenge zu drosseln und das Ablassen auf mehrere Tage zu verteilen, wenn das Grundstück nicht genügend Platz bietet, um das gesamte Wasser aufzunehmen.

 

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