Pressemitteilung 6. Oktober 2026 Treibhausgasbilanzen in der Trink- und Abwasserbranche
Aktualisierter Scope-3-Leitfaden erweitert Standard für die Wasserwirtschaft
Die Bilanzierung von Scope-3-Emissionen in der Trink- und Abwasserbranche wird weiter standardisiert: Die aus Betreiberunternehmen bestehende Arbeitsgruppe hat ihren Leitfaden umfassend aktualisiert. Mit der Aufnahme weiterer Scope-3-Kategorien des Greenhouse Gas Protocol deckt die neue Fassung nun weitere derzeit als wesentlich identifizierten Scope-3-Bereiche der Wasserwirtschaft ab.
Der erstmals im Sommer 2024 veröffentlichte Leitfaden wurde von den Berliner Wasserbetrieben, der GELSENWASSER AG, der hanseWasser Bremen GmbH, HAMBURG WASSER, der Münchner Stadtentwässerung und den Stadtentwässerungsbetrieben Köln mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie und Wasserverwendung (ASEW) überarbeitet. Die neue Version enthält fachliche und redaktionelle Weiterentwicklungen und erweitert die Scope-3-Kategorien von drei auf sieben Kategorien für die Wasserwirtschaft.
Einheitliche Methodik für vergleichbare Treibhausgasbilanzen
Der Leitfaden unterstützt Unternehmen der Wasserwirtschaft dabei, Scope-3-Emissionen nach einheitlichen Kriterien zu erfassen und vergleichbar zu bilanzieren. Er enthält methodische Empfehlungen, Praxisbeispiele sowie Hinweise zu Datengrundlagen. Zusätzlich werden Berechnungstools zur Bilanzierung zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, die Qualität und Vergleichbarkeit von Treibhausgasbilanzen innerhalb der Branche weiter zu verbessern.
Scope-3-Emissionen entstehen entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette und machen in vielen Unternehmen einen wesentlichen Anteil an den verursachten Treibhausgasemissionen aus. Ihre belastbare Erfassung ist Voraussetzung für eine vollständige Treibhausgasbilanz sowie für die gezielte Identifikation und Steuerung von Emissionsminderungspotenzialen.
Die Aktualisierungen im Detail
Der bisherige Leitfaden behandelte zunächst drei der insgesamt 15 Scope-3-Kategorien des Greenhouse Gas Protocol. Grundlage war eine unternehmensspezifische Wesentlichkeitsanalyse, deren Ergebnisse innerhalb der Arbeitsgruppe abgeglichen wurden.
Bereits im Leitfaden berücksichtigt:
Scope 3.1 Gekaufte Waren und Dienstleistungen
Scope 3.2 Investitionsgüter
Scope 3.5 Im Betrieb anfallende Abfälle
Neu aufgenommen wurden:
Scope 3.3 Brennstoffe und energiebezogene Aktivitäten außerhalb Scope 1 oder 2
Scope 3.6 Geschäftsreisen
Scope 3.7 Pendeln der Mitarbeitenden
Scope 3.15 Investitionen
Damit bildet der Leitfaden nun sämtliche Scope-3-Kategorien ab, die von der Arbeitsgruppe derzeit als wesentlich für die Wasserwirtschaft eingestuft werden. Die Bearbeitung der Scopes 3.11 Nutzung verkaufter Produkte und 3.12 Behandlung verkaufter Produkte am Ende ihrer Lebensdauer erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, da hierfür aufgrund ihrer potenziellen Bedeutung noch weiterführende inhaltliche Vorarbeiten und Abstimmungen notwendig sind.
Zum Hintergrund
Die Arbeitsgruppe wird von den Berliner Wasserbetrieben, der GELSENWASSER AG, der hanseWasser Bremen GmbH, HAMBURG WASSER, der Münchner Stadtentwässerung sowie den Stadtentwässerungsbetrieben Köln getragen. Gemeinsam stellen die beteiligten Unternehmen jährlich mehr als 500 Millionen Kubikmeter Trinkwasser bereit und behandeln rund 700 Millionen Kubikmeter Abwasser. Damit repräsentiert die Initiative einen bedeutenden Teil der deutschen Wasserwirtschaft mit zusätzlicher Unterstützung durch die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie und Wasserverwendung (ASEW).
Der aktualisierte Leitfaden steht kostenfrei zum Download bereit unter Scope 3 Leitfaden – hanseWasser Bremen.
Ansprechpartner*in

Rebecca Stöcker Pressesprecherin