Pressemitteilung 3. Juni 2026 60 Jahre Kläranlage Seehausen
Zuverlässige Abwasserreinigung und aktiver Umweltschutz
Die Kläranlage Seehausen feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Seit ihrer offiziellen Inbetriebnahme im September 1966 ist sie ein zentraler Baustein der Abwasserreinigung in Bremen und der Region und trägt maßgeblich zum Schutz der Weser und der Umwelt bei. Seit 1999 wird die Anlage von der hanseWasser Bremen GmbH betrieben und steht bis heute gleichermaßen für technische Entwicklung und zukunftsorientierte Abwasserbehandlung.
Das Jubiläum beging das Abwasserunternehmen hanseWasser am heutigen Vormittag mit einer Fachveranstaltung für geladene Gäste aus Lokalpolitik und Branche. Redebeiträge zur Entwicklung, Geschichte und Zukunft der Kläranlage sowie eine kleine Fotoausstellung mit historischen Aufnahmen füllten das Programm.
„Die Kläranlage Seehausen zeigt die erfolgreiche Entwicklung moderner Umwelttechnik“, sagt Swen Pfister, Technischer Geschäftsführer bei hanseWasser. „Von den Anfängen in den 1960er-Jahren bis heute hat sich die Anlage stetig weiterentwickelt. Digitale und teilweise vollautomatisierte Steuerungstechnik, energieeffiziente Prozesse und innovative Verfahren sind heute feste Bestandteile des Anlagenbetriebs. Neben dem technischen Fortschritt sind es aber vor allem die engagierten Mitarbeitenden, die mit ihrem Einsatz die Anlage über Jahrzehnte und bis heute prägen.“
„Das 60-jährige Jubiläum der Kläranlage Seehausen ist ein wunderbarer Anlass noch einmal an die Bedeutung der modernen Abwasserreinigung zu erinnern“, meint Jan Fries, Staatsrat bei der Senatorin für Umwelt, Klimaschutz und Wissenschaft. „Sie leistet einen wesentlichen Beitrag für Umwelt- und Gewässerschutz und damit für die Lebensqualität der Bürger*innen in Bremen, und nicht zuletzt auch für unserer Aller Gesundheit. Die Kläranlage Seehausen zeichnet sich seit ihrer Inbetriebnahme durch technisches Know-how, Innovationsgeist und konsequente Zukunftsorientierung auf höchstem Umweltschutzniveau aus.“
Kernthemen: Energiebedarf und -gewinnung
Bereits zur Inbetriebnahme galt die Anlage als effizient. Sie arbeitete schon damals energieautark durch die Nutzung des Klärgases zur Eigenstromversorgung. Da mit dem Bau der biologischen Reinigungsstufen in den 1980er Jahren der Energiebedarf stark anstieg, wurde die Anlage später an das externe Stromnetz angeschlossen. Im Rahmen eines 2011 initiierten, umfassenden Klimaschutz- und Energieeffizienzprojekts wurden die CO2-Neutralität und Energieautarkie angestrebt. Mit dem Ausbau der regenerativen Energieerzeugung, vielen prozessualen Effizienzsteigerungen und dem Kapazitätsausbau der Blockheizkraftwerke (BHKW) wurden diese Ziele schließlich 2015 erreicht. Die Kläranlage Seehausen wird seitdem wieder bilanziell energieautark betrieben. Dazu tragen auch heute noch die Energiegewinnung aus Klärgas sowie die 2 MW Windkraftanlage auf dem Anlagengelände und eine großflächige Photovoltaikanlage am Verwaltungsgebäude bei.
Die Kläranlage Seehausen ist heute eine der zentralen Infrastruktureinrichtungen Bremens. Sie ist für eine Spitzenlast von 1 Millionen Einwohnerwerten ausgelegt und reinigt täglich rund 130.000 Kubikmeter Abwasser des stadtbremischen Gebiets sowie der Nachbargemeinden Lilienthal, Ritterhude, Stuhr/Weyhe und zum Teil Oyten und Achim. Das zugeführte Abwasser durchläuft einen mehrstufigen und rund 45-stündigen Reinigungsprozess, bevor es der Weser und damit dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt wird. Die Kläranlage leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz in Bremen und der Region.
Zukunftsperspektiven der Abwasserreinigung
„Mit Blick auf die kommenden Jahre ist die hanseWasser Bremen GmbH bestrebt, die Zukunft der Abwasserreinigung weiterhin nachhaltig, effizient und innovativ zu gestalten“, erklärt Peter Schmellenkamp, Bereichsleiter Abwasserwerke bei hanseWasser. „Die Kläranlage ist bereits heute nicht nur ein Ort der Abwasserreinigung, sondern auch ein wichtiger Baustein für Kreislaufwirtschaft, Energiegewinnung und Klimaschutz. Mit zukunftsträchtigen Themen wie der weitergehenden Abwassereinigung und Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser nimmt ihre Bedeutung in Zukunft noch zu.“
Durch neue gesetzliche Anforderungen, wie die EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU-KARL), werden auch zukünftig Investitionen in den Aus- und Umbau der Kläranlage notwendig. Themen wie Klimaanpassung, Digitalisierung sowie Ressourcenschonung und Energieeffizienz werden dabei, wie bisher auch, immer mit im Fokus stehen. Es wird also auch in den nächsten Jahrzehnten, neben der täglichen Reinigung der Bremer Abwässer, viel auf dem Gelände der Kläranlage Seehausen passieren.
Meilensteine auf einen Blick
Die Kläranlage Seehausen wurde kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Wichtige Entwicklungsschritte waren unter anderem:
der Ausbau der Schlammbehandlung und zusätzlicher Faulbehälter ab den 1970er Jahren,
die Einführung biologischer Reinigungsstufen ab den 1980er Jahren,
der Einsatz moderner Prozessleittechnik ab 1988
sowie die fortschreitende Automatisierung und Digitalisierung des Betriebs.
Mit wachsendem Umweltbewusstsein und steigenden Anforderungen an die Gewässerqualität entwickelte sich die Anlage von einer rein mechanischen Klärstufe zu einem hochmodernen System mit biologischer Nährstoffelimination.
Bilderläuterungen:
Bild 1: (v.l.n.r.) Peter Schmellenkamp (Bereichsleiter Abwasserwerke), Swen Pfister und Sabine Wahler (Geschäftsführung hanseWasser) und Jan Fries (Staatsrat bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft) auf der Jubiläumsveranstaltung.
Bild 2: Historische Aufnahme der damals zwei Faulbehälter aus 1966.
Bild 3: Luftaufnahme der Kläranlage Seehausen aus 2024.
Copyright: hanseWasser Bremen GmbH
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Ansprechpartner*in

Rebecca Stöcker Pressesprecherin
Bilder
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