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Treibhausgasbilanzen in der Trink- und Abwasserbranche

Ge­mein­schaft­lich arbeiten wir als hanseWasser mit den Berliner Was­ser­be­trie­ben, Gel­sen­was­ser, HAMBURG WASSER, der Münchner Stadt­ent­wäs­se­rung und den Stadt­ent­wäs­se­rungs­be­trie­ben Köln unter Moderation der Ar­beits­ge­mein­schaft für sparsame Energie- und Was­ser­ver­wen­dung (ASEW) in einer Ar­beits­grup­pe zur stan­dar­di­sier­ten Erfassung von Scope 3-Emissionen.

Dabei ist ein Leitfaden entstanden, der Unternehmen der Was­ser­wirt­schaft dabei unterstützt, Scope-3-Emissionen nach ein­heit­li­chen Kriterien zu erfassen und ver­gleich­bar zu bilanzieren. Er enthält methodische Emp­feh­lun­gen, Pra­xis­bei­spie­le sowie Hinweise zu Da­ten­grund­la­gen. Der Leitfaden ist frei zugänglich und zum Download verfügbar, zusätzlich werden Be­rech­nungs­tools zur Bi­lan­zie­rung zur Verfügung gestellt.

Der Leitfaden wurde erstmals im Herbst 2024 ver­öf­fent­licht und im September 2026 von der Ar­beits­grup­pe umfassend ak­tua­li­siert. Die neue Version enthält fachliche und re­dak­tio­nel­le Wei­ter­ent­wick­lun­gen und umfasst nun sieben der insgesamt 15 Scope-3-Kategorien.

Die Aktualisierungen im Detail

Der bisherige Leitfaden behandelte zunächst drei der insgesamt 15 Scope-3-Kategorien des Greenhouse Gas Protocol. Grundlage war eine un­ter­neh­mens­spe­zi­fi­sche We­sent­lich­keits­ana­ly­se, deren Ergebnisse innerhalb der Ar­beits­grup­pe abgeglichen wurden.

Bereits im Leitfaden be­rück­sich­tigt:

  • Scope 3.1 Gekaufte Waren und Dienst­leis­tun­gen
  • Scope 3.2 In­ves­ti­ti­ons­gü­ter
  • Scope 3.5 Im Betrieb anfallende Abfälle

Neu aufgenommen wurden:

  • Scope 3.3 Brennstoffe und en­er­gie­be­zo­ge­ne Aktivitäten außerhalb Scope 1 oder 2
  • Scope 3.6 Ge­schäfts­rei­sen
  • Scope 3.7 Pendeln der Mit­ar­bei­ten­den
  • Scope 3.15 In­ves­ti­tio­nen

Damit bildet der Leitfaden nun sämtliche Scope-3-Kategorien ab, die von der Arbeitsgruppe derzeit als wesentlich für die Wasserwirtschaft eingestuft werden. Die Bearbeitung der Scopes 3.11 Nutzung verkaufter Produkte und 3.12 Behandlung verkaufter Produkte am Ende ihrer Lebensdauer erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, da hierfür aufgrund ihrer potenziellen Bedeutung noch weiterführende inhaltliche Vorarbeiten und Abstimmungen notwendig sind.

Zum Hintergrund

Die Treib­haus­gas­bi­lanz nimmt einen wichtigen Teil ein, um Emissionen eines Un­ter­neh­mens messen und vergleichen zu können. Die Bilanz erfasst dabei alle Un­ter­neh­mens­aktivitäten, die Treib­haus­gas­emissionen verursachen. Als CO2-Äquivalente werden die Emissionen im Bericht ver­ein­heit­licht und so ver­gleich­bar. Über un­ter­schied­li­che Bereiche, die sogenannten Scopes, lassen sich zudem die ver­schie­de­nen CO₂-Quellen un­ter­schei­den.

Bisher sind Scope 3-Emissionen oft schwer zu quan­ti­fi­zie­ren und (noch) kaum zu be­ein­flus­sen. Sie sind aber von ent­schei­den­der Bedeutung für die Reduktion der Treib­haus­ga­se in der Wert­schöp­fungs­kette, denn sie beziehen sich auf indirekte Treib­haus­gas­emissionen, die durch vor- und nach­ge­la­ger­te Aktivitäten und Prozesse in der Wert­schöp­fungs­kette entstehen. Sie umfassen Emissionen, die zum Beispiel durch die Lieferung und Nutzung von Material und Waren, durch den Bau von In­fra­struk­tur­anlagen oder die Entsorgung von Klärschlamm und anderen Abfällen entstehen.

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