Effizient, smart und zukunftsorientiert:
Das ist das neue Klärschlammsilo in Seehausen!
Seit Ende letzten Jahres ist es bereits vollautomatisiert in Betrieb und zählt zu den größten seiner Art.
Mit knapp 13 m Höhe, 11 m Durchmesser und 700 m³ Fassungsvermögen kann das Silo bis zu 750 Tonnen entwässerten Klärschlamm lagern. Kein Kleingewicht, weshalb zwölf Betonpfähle, die bis zu 18 m tief ins Erdreich getrieben werden mussten, und eine 50 cm starke Fundamentplatte für die nötige Stabilität sorgen.
Eine weitere Besonderheit ist der Schlammtransport zum Silo. Wie in einer Rohrpostanlage schießt jede Zentrifuge den Schlamm quasi in „Schlammpaketen“ zum Silo. Mit dieser Methode bleiben die Leitungen dazwischen leer und sind dadurch im Winter frostsicher.
Diese pneumatische Dichtstromförderung eignet sich besonders für lange Schlammtransportleitungen und setzt sich daher als moderne, effiziente Lösung immer weiter durch.
Die Verladung des Klärschlamms übernehmen zwei Schnecken: Eine mittige unter dem Silo fördert den Schlamm aus dem Inneren heraus und versorgt eine zweite Verladeschnecke, die ihn exakt in der Fahrzeugmitte oberhalb der Waage abwirft. Ein Schubboden auf dem inneren Siloboden sorgt dafür, dass der Schlamm im Silo auch zur mittigen Schnecke geschoben wird.
Dieser Schubboden benötigt erhebliche Kraft, weshalb er über eine Ölhydraulik betrieben wird. Das Silo steht dabei zusätzlich auf einem begehbaren Stelzenboden, der die gesamte Technik einschließlich der mittigen Austragsschnecke, beherbergt.
Auch der Verladevorgang verläuft jetzt effizienter denn je: Die LKW fahren dabei lediglich auf die Waage und bekommen per Knopfdruck automatisch die exakt zulässige Menge bis zur maximalen Achslast verladen. Was genau in ihrer Mulde passiert, können sie per Kamera und Monitor aus dem Führerhaus verfolgen und immer passgenau rangieren.
Im Vergleich zur bisherigen Schlammverladung ist die neue Anlage sauberer und effizienter, da keine Radlader mehr mühsam durch Hallen fahren und ständig gereinigt werden müssen. Stattdessen sind die LKWs in rund 30 Minuten komplett beladen und fahren sauber vom Hof.
Der Bau des neuen Silos war mit einem ziemlich aufwendigen planerischen Vorlauf verbunden. Die statischen Anforderungen stellten eine echte Herausforderung dar und erforderten eine umfangreiche amtliche Prüfung, die viel Zeit und intensive Betreuung beanspruchte.
Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Das Ergebnis ist ein modernes, hygienisches und effizientes Silo, das die Infrastruktur der gesamten Kläranlage nachhaltig stärkt.





