Die alten Klärschlammzentrifugen haben nach vielen Einsatzjahren ausgedient. Ersetzt wurden diese durch drei neue Hochleistungszentrifugen, welche die Schlammentwässerung zukunftssicher machen.
Die Schlammzentrifugen der Kläranlage Seehausen waren über 15 Jahre im Dauereinsatz und haben mehr als 10 Mio. m³ Faulschlamm zu Klärschlamm entwässert oder eingedickt. Mit zunehmenden Ausfällen, steigenden Instandhaltungskosten und sinkender Betriebs- sowie Anlagensicherheit war klar: Eine moderne Lösung musste her.
Dafür wurde im Jahr 2021 ein umfangreicher Planungsprozess angestoßen. Ziel war eine leistungsfähige und zukunftsfähige Schlammentwässerung, die ebenfalls einen reibungslosen Übergang von der alten zur neuen Anlage gewährleistet.
Die Entscheidung fiel schließlich auf den Neubau von drei Hochleistungszentrifugen der Firma Flottweg. Drei statt zwei, um Engpässe während Revisionen zu vermeiden und eine langfristigere Stabilität zu gewährleisten. Ihr neues Zuhause sollten die drei Zentrifugen in der bestehenden „alten Halle“ finden.
Am 29. Juni 2023 startete nach intensiver Planung die Umsetzung des Projekts. Dafür wurde die „alte Halle“ vollständig entkernt, renoviert und für die neue Technik vorbereitet. Die alten Räume und Etagen wichen einer neuen Gitterrostebene für die Hochleistungszentrifugen.
Zusätzlich entstanden neue Bereiche für die Schaltwarte, die Elektroverteilung und den Analysenraum. Außerdem wurde erstmals ein Klärschlammsilo errichtet, das den entwässerten Schlamm vollautomatisch auf LKW verlädt. Weitere Details zum Transportweg von der Zentrifuge zum Silo haben wir bereits in einem separaten Artikel erläutert.
Im Januar 2025 ging die erste neue Zentrifuge in Betrieb, gefolgt von den beiden weiteren Anlagen im Laufe des Jahres. Parallel dazu wurden die alten, zunehmend wartungsintensiven Zentrifugen nacheinander außer Betrieb genommen, während die neuen Anlagen ihren Regelbetrieb aufgenommen haben.
Nach rund fünf Jahren Planungs- und Bauzeit zeigt sich im Sommer 2026 deutlich der Erfolg. Die neuen Zentrifugen haben die Entwässerungsleistung bereits um mehr als 10 % verbessert, wodurch tagtäglich nennenswerte Transport- und Entsorgungskosten eingespart werden.
Begleitet wurde der gesamte verfahrenstechnische Bauprozess von Viktor Steingräber, wobei er sich um alle wesentlichen Aufgaben bis hin zur Optimierung der neuen Anlage kümmerte.
Die noch offene Erweiterung der polymeren Flockungsmittelanlage mit Tanks für Flüssigpolymer sowie der finalen Optimierung der Steuerung wird das Gesamtprojekt abschließen und die Schlammentwässerung der Kläranlage Seehausen vollständig zukunftsbereit machen.






