zum Inhalt springen
Straße mit viel Asphalt und Gebäude auf der rechten Seite.

Klimaangepasste Kanalsanierung Saarstraße

Pilotprojekt in Bremen-Hemelingen 
30. September 2026 in News

    In der Saarstraße in Bremen-Hemelingen entwickeln wir derzeit gemeinsam mit Partner*innen ein innovatives Pi­lot­pro­jekt für eine klima­angepasste Kanal­sanierung.

    Durch die gezielte Ab­kopplung von Regen­wasser von der Kanal­isation, soll ein Kanal­neubau durch eine grabenlose Kanal­sanierung ersetzt werden können. Das spart erhebliche Ressourcen ein und fördert eine klima­angepasste Straßen­um­ge­stal­tung. Die Mach­bar­keits­studie liegt nun vor und ist im Rahmen des Zentralen Umsetzungs­programms Klima­anpassung (ZUP) von der Eu­ro­päi­schen Union ko­fi­nan­ziert worden.

    Für den Nie­der­schlags­wasser­kanal in der Saarstraße aus dem Jahr 1904 wurde ein Sanierungs­bedarf fest­ge­stellt. Anstatt den Kanal in aufwendiger offener Bauweise zu erneuern, ergab sich im Rahmen des internen Schwamm­stadt-Projektes ein neuer Ansatz: Die Möglichkeit einer grabenlosen Umsetzung der Kanal­sanierung durch den gezielten Einsatz von Maß­nahmen zur Förderung der wasser­sensiblen Stadt­entwicklung (Schwamm­stadt) und Klima­anpassung.

    Im Rahmen des Pilot­projekts wurde in den vergangenen Monaten dafür zunächst eine Mach­bar­keits­studie durch die In­ge­nieur­ge­sell­schaft Prof. Dr. Sieker mbH erstellt. Diese zeigt, dass durch die Kombination mehrerer Maß­nahmen rund 2.100 Qua­drat­me­ter befestigte Fläche vom Kanal­netz abgekoppelt werden können. Dadurch bestätigt sich die Gelegen­heit, den bestehenden Kanal grabenlos mittels Inliner-Verfahren zu sanieren. Im Vergleich zu einer offenen Bau­weise würden damit sowohl finanzielle als auch materielle Ressourcen geschont und die beim Bau ent­ste­hen­den Treib­haus­gas­emissionen deutlich reduziert werden können.

    Die Studie untersuchte ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten zur dezentralen Regen­was­ser­be­wirt­schaf­tung und entwickelte eine Vorzugs­variante, die technische, ökologische und städte­bauliche Ziele miteinander verbindet. Für die Umsetzung soll Regen­wasser künftig verstärkt vor Ort zurück­gehalten, versickert und verdunstet werden. Die Vorzugs­variante sieht vor das Kanal­system durch eine Maßnahmen­kombination zu entlasten.

    Grüne Wiese mit Büschen und Bäumen
    Ein Fahrrad- und Gehweg
    Straße mit einem Baum in einem Beet am Straßenrand

    Diese besteht aus:

    • der Aktivierung einer bestehenden öf­fent­li­chen Grün­anlage als Ver­si­cke­rungs­fläche,
    • Ent­siegelung und Schaffung von neuem Straßen­begleit­grün
    • sowie der Integration von optimierten Baum­standorten und Tief­beeten zur dezentralen Regen­was­ser­be­wirt­schaf­tung.

    Die blau-grüne Infra­struktur übernimmt hier gleich zwei Funktionen: Sie ist Vor­rausetzung für die grabenlose Sanierung und fördert gleich­zei­tig Maßnahmen für die Klima­anpassung. Denn Ent­sie­ge­lungen und Be­grün­ungen haben positive Aus­wirk­ungen für die bio­lo­gische Viel­falt, den Hitze­schutz und die Aufenthalts­qualität im Bereich Saarstraße.

    Derzeit stehen wir im engen Austausch mit den städtischen Partner*innen und steigen in eine zweite Projekt­phase ein. In dieser soll eine konkrete Entwurfs- und Ausführungs­planung erstellt werden, mit dem Ziel die Vor­aus­set­zun­gen für eine für eine Umsetzung zu schaffen. Die gewonnenen Er­kennt­nis­se des Pilot­projekts Saar­straße sollen künftig auch bei weiteren Kanal­sanierungs­projekten genutzt werden.

    Das Pilotprojekt Saarstraße wird im Rahmen des Zentralen Umsetzungsprogramms Klimaanpassung (ZUP) durch die Europäische Union kofinanziert. Die Förderung ermöglicht die fachliche Planung und Weiter­entwicklung der klima­an­ge­pass­ten Straßen- und Regen­was­ser­be­wirt­schaft­ungs­maß­nah­men. Damit leistet die Euro­päische Union einen wichtigen Beitrag zur Ent­wicklung innovativer Lösungen für den Klima­schutz, die Klima­anpassung und eine wasser­sensible Stadt­entwick­lung in Bremen­.

    Logos: Konfinanziert von der EU, BAP Förderbank, Senatorin für Umwelt, Klime und Wissenschaft
    zurück nach oben