10. Februar 2020

Auf der Zielgeraden!

Letzter Bauabschnitt in der Findorffstraße ist in vollem Gange

Seit Ende 2016 sind wir bereits mit der Großbaustelle in der Findorffstraße in Bremen beschäftigt. Nun ist das Ende in Sichtweite. Im letzten Bauabschnitt wird bis voraussichtlich Ende März das letzte Teilstück des alten, über 100 Jahre alten Abwasserkanals saniert – und auch dieser Abschnitt hat es noch einmal in sich! Durch die Schlauchliner-Methode wird ein “Stützstrumpf” in den alten Kanal eingebaut, dessen Dimensionen alles andere als Standard sind.

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Bereits die Anlieferung war eine Herausforderung: Immerhin musste der aus Kunstharz bestehende Schlauch auf einem 30 Meter langen Schwertransporter nach Bremen geliefert werden. Damit das Material nicht frühzeitig aushärtet, war er zusätzlich mit einigen Tonnen Eis bedeckt. Auch die Dimensionen des Schlauchs, der das Kanalstück zukünftig komplett auskleiden wird, sind ein Rekord: Mit einer Höhe von 2,00 Metern, einer Breite von 2,55 Metern und einer Länge von 146 Metern ist es der größte Schlauchliner, der bisher in Bremen verbaut wurde. Eine Größe, die nach Aussagen der ausführenden Sanierungsfirma bereits an die Grenze des Machbaren stößt. Daher wurde der Einbau auch von Kolleginnen und Kollegen der Stadtentwässerungen aus Hamburg und Düsseldorf begleitet, die Eindrücke für eigene Sanierungsprojekte sammelten.

Doppelte Kapazität

Für den Einbau wurde der 80 Tonnen schwere Schlauch über ein Spezialgerüst zunächst in die Höhe gezogen, um ihn dann in den Kanal einzuführen. Dort wird er mit Wasser aufgepumpt, sodass er sich perfekt in den alten Kanal einfügt. Durch das Erhitzen des Wassers härtet das Material aus. Es entsteht ein neues Rohr im alten Sammler. Damit es während dieser Sanierungsphase keine weiteren Einschränkungen für die Anwohner*innen der Findorffstraße gibt, wurde zuvor eine Abwasserbrücke installiert. Hierüber konnte das Abwasser wie gewohnt abfließen.

 

 

Nach Abschluss des Großprojekts liegen in der Findorffstraße dann zwei Kanäle nebeneinander. Ein komplett neuer Kanal, der in offener Bauweise als erstes gebaut wurde, sowie der alte Sammler, der im sanierten Zustand wieder voll funktionsfähig ist. Es war eine bewusste Entscheidungen, diese beiden Kanäle zukünftig parallel zu betreiben. Die doppelte Kapazität ist ein wichtiger Schritt, das Kanalnetz auch auf zunehmende Starkregenereignisse vorzubereiten.

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