19. Mai 2020

Auf Spurensuche!

hanseWasser unterstützt Pilotprojekt zum Abwassermonitoring

Kann der Nachweis von Coronaviren im Abwasser dabei helfen, das aktuelle Infektionsgeschehen in einer Stadt oder in einer Region besser nachzuvollziehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Projekt, welches Abwasserproben aus 20 verschiedenen Kläranlagen in Deutschland auf die Konzentration des Virus untersucht. hanseWasser unterstützt hier mit entsprechenden Proben aus unserer Kläranlage in Seehausen.

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Dass die Coronaviren im Abwasser zu finden sind, wurde bereits vor einigen Wochen bekannt. Nun wird überprüft, ob diese Proben als eine Art „Frühwarnsystem“ genutzt werden können. Denn häufig tragen Menschen das Virus in sich, ohne dass die Krankheit überhaupt ausbricht oder schon Symptome zu erkennen sind. Dieser Zustand ändert jedoch nichts daran, dass die infizierten Personen die Krankheit bereits übertragen können.

 

Das Pilotprojekt des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ), der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) und der TU Dresden untersucht daher ab sofort Abwasserproben aus ingesamt 20 deutschen Kläranlagen. Die Ergebnisse sollen im besten Fall ein besseres Bild des aktuellen Infektionsgeschehens liefern, denn immernoch ist die Dunkelziffer der Erkrankungen sehr hoch.

Abwasser als Frühwarnsystem

Vor allem mit dem Beginn der Lockerungsmaßnahmen gibt es die Hoffung, dass das Projekt Daten liefert, um eine erneute Ausbreitung des Virus möglichst frühzeitig zu erkennen und gegensteuern zu können. Es könnte soweit gehen, dass man eine erhöhte Virenanzahl in der Kläranlage über weitere Probenahmen im Kanalnetz zurückverfolgt, um die Quelle eines möglichen Covid-19-Ausbruchs schnell zu finden.

 

So vielvesprechend das Projekt ist, die Analyse ist absolutes Neuland und es ist jetzt noch nicht abzusehen, ob die gewünschten Erkenntnisse tatsächlich eintreten. Trotzdem – in der aktuellen Situation muss alles dafür getan werden, um eine erneute Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und mit unserer Probenahme leisten wir dafür gerne einen Beitrag.

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